Als Kontrastprogramm ging es weiter nach Palomino, wo wir karibische Idylle abseits geteerter Straßen genießen konnten. Von der Hauptstraße haben uns Mototaxis zur Lodge transportiert. Faszinierend, wie zwei Menschen, ein Reiserucksäcke und ein kleiner Rucksack auf einem motorisierten Zweirad bequem Platz finden. In unserem Stranddomizil verbrachten wir 3 fast schon langweilige Tage ohne Internet & Shops. Nur ein langer langer Strand, eine Hängematte und ein bisschen Yoga am Morgen.
Auf dem Weg nach Santa Marta machten wir dann 2 Tage halt im Tyrona National Park - ein absolutes Muss! Dort findet man die schönsten Strände des Landes, tropische Vegatation, einzigartige Echsen und strahlend blaue Schmetterlinge. Ein wenig wandern war auch drin, bei der Hitze aber eine echte Herausforderung! Auch unter Wasser hat der Nationalpark eine wundervolle Tier- und Pflanzenwelt zu bieten. Diese galt es noch zu erkunden, bevor wir uns auf dem Weg in die Hauptstadt machten. Mit besagter Airline, die Ryanair komplett in den Schatten stellt.
Weiter ging's mit dem Bus in die "Zona Cafetera" nach Salento. Das Reisen während der "Semana Santa", der Vorosterwoche, in der alle frei haben, trübt den Reisekomfort. Alles ausgebucht, volle Busse, Warteschlangen.... doof. First World Problems, nennt man das im Reisejargon. Wir nahmen an einer geführten Tour über eine Kaffeeplantage teil, unternahmen eine Wanderung durch "Valle de Cocora" mit riiiesigen Wachspalmen und haben den krassesten Ausritt aller Zeiten überlebt! Bergauf und -ab durch enge, schlammige, verdammt steile und steinige Pfade über Landstraßen und durch Flüsse haben die Pferde Höchstleistungen vollbracht, um uns zu einem schnuckeligen Wasserfall zu transportieren. Der Muskelkater hielt 3 Tage an, aber das war es wert!
Was uns auf unseren Wegen immer wieder begegnet ist und definitiv erwähnt werden muss sind die tollen Vierbeiner, die mindestens genauso freundlich wie die Bewohner des Landes sind. Natürlich betteln sie in jedem Restaurant, aber oft freuen sie sich einfach nur darüber, das Rudel ein Stück begleiten zu dürfen und ein bisschen mit uns abzuhängen. We love street dogs!
Als ich Mama erzählt habe, dass wir in Medellin angekommen sind, war sie wohl etwas besorgt. War ja immerhin einmal die gefährlichste Stadt der Welt, mit den meisten Morden per capita Ende der 80er. Umso beeindruckender ist es, wie sich diese Metropole verändert hat.
Die Gegensätze zwischen der alten und neuen Ära sind omnipräsent. Symbolisch dafür ist besonders ein Ort, an dem 1995 auf einem gut gefüllten Platz während eines Konzertes ein Bombenattentat passierte. Dort steht als Mahnmal noch die zerstörte Vogelskulptur, in der der Sprengsatz hochging. Daneben wurde dieselbe Bronzeskulptur vom Künstler noch einmal aufgestellt. Bezeichnend für den Aufbruch in die Moderne jedoch ohne die Vergangenheit zu verdrängen, was die Bewohner gerne tun.
In Medellin kann man gut und gerne länger verweilen. Hier sind wir tatsächlich auch etwas hängen geblieben, doch wir müssen weiter (schrecklich, dieser Reisestress). In Kolumbien trennen sich zunächst unsere Wege, denn Ana möchte die Pazifikküste erkunden, wohingegen es mich nach Ecuador zieht. Wir sehen uns in Peru wieder. Hasta luego, mi prima!

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